Gastroösophagealer Reflux

Ein schwieriges Wort. Und ein beson­ders schwieriges und wichtiges The­ma für Kinder mit pon­to­cere­bel­lär­er Hypoplasie Typ 2. Zuerst eine Begriff­serk­lärung:

gas­tro” kommt von “gaster” = Magen.
“ösophageal” von “oesoph­a­gus” = Speis­eröhre
“Reflux”  von “re” = zurück und “fluxus” = Fluss

Der Begriff bedeutet also Rück­fluss vom Magen in die Speis­eröhre. Eigentlich ver­schließt dort ein Muskel den Ein­gang (Kar­dia). Wenn dieser nicht richtig funk­tion­iert, heißt das auch Kar­diain­suf­fizienz.
Daraus entste­hen zwei Prob­leme:
1. Säur­ere­flux: Der saure Magen­in­halt kommt in die Speis­eröhre und reizt die dor­tige Schleimhaut. Das tut weh und ist vie­len bekan­nt als Sod­bren­nen.
2. Vol­u­men­re­flux: Der Magen­in­halt schwappt sehr hoch, dass ein­er­seits immer wieder gespuckt oder erbrochen wird und damit die Ernährung schwierig sein kann. Ander­er­seits kann es auch beim Hochschwap­pen in die Lunge ger­at­en und zu kleinen und größeren Aspi­ra­tio­nen kom­men.

Unsere Kinder mit PCH 2 haben diesen Reflux fast alle. In der Studie “Natür­lich­er Ver­lauf der pon­to­cere­bel­lären Hypoplasie Typ 2a” hat­ten 70% einen ärztlich diag­nos­tizierten Reflux. Und sie haben ihn schon sehr früh, viele schon im Babyal­ter. Dum­mer­weise ist das schwierig zu erken­nen, wenn die Kinder nicht sehr viel spuck­en, da die Kinder es nicht sagen kön­nen und kaum ein­er auf Sod­bren­nen beim Baby kommt. Die von uns beobachteten Symp­tome im Zusam­men­hang mit schlecht oder nicht behan­del­tem Reflux sind:
— Unruhe
— Schmerzen, die nicht mit den gängi­gen Schmerzmit­teln zu behan­deln sind
— mas­sives Über­streck­en
— Schreien oder Weinen beim Auf­s­toßen
— sehr saur­er Geruch beim Auf­s­toßen

Ther­a­pi­en dage­gen gibt es einige. Die von den meis­ten von uns genutzte ist das Omepra­zol, meist in Form der Mikro Unit Pel­let Sys­tems (Omep MUT®, Antra Mups®). Fast alle Kinder brauchen für Symp­tom­frei­heit eine deut­lich erhöhte Dosis. Damit rei­hen sich die Kinder mit PCH 2 in die Beschrei­bung ver­schieden­er Stu­di­en ein, dass schw­erst behin­derte Kinder eine höhere Dosis von Pro­to­nen­pumpen­hem­mern (z.B. Omepra­zol, andere: Pan­to­pra­zol, Esomepra­zol) benöti­gen. Dazu ver­weise ich auf den Beitrag bei Rehakids und die dort ver­link­ten Stu­di­en: Höhere Dosis Omepra­zol (z.B. Antra) für beh. Kinder bei REHAkids

Eine weit­ere Ther­a­pieop­tion ist die Fun­do­p­lika­tio, bei der der Magenein­gang verklein­ert wird. Auch diese Ther­a­pie hat den operierten Kindern (36% in der Studie haben eine Fun­do­p­lika­tio) viel geholfen. Es ist allerd­ings keine kleine Oper­a­tion.

Viele von uns Eltern sehen die Behand­lung des Reflux­es als einen wesentlich Punkt bei Kindern mit PCH 2, weil eine unzure­ichende Ther­a­pie die Leben­squal­ität sehr ein­schränkt. Die Dosis vom Omepra­zol muss im Laufe des Wach­s­tums mit Gewicht­szu­nahme auch immer wieder angepasst wer­den.

Kommentar (1) Schreibe einen Kommentar

  1. Hal­lo,

    auch unser Kind mit PCH2 hat schon eine zweite Fun­do­p­lika­tio erhal­ten (9 Jahre alt). Nach 4 Jahren ist der Magenein­gang aber schon wieder weit­er geöffnet. Wir kom­men z.Z. mit 2 Gaben Nex­i­um (a 10mg) gut hin.

    Gruß G.Vieregge

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